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Neue Technik birgt neue Risiken - Neujahrsempfang der Kernstadtwehr

18.01.2019

Häufig werden Feuerwehren zu Verkehrsunfällen gerufen, um die Unfallstelle auszuleuchten oder um eingeklemmte Personen zu befreien, auch ein umgestürzter Baum muss schon einmal zersägt werden. Immer öfter kommt dabei moderne, Zeit und Personal sparende Akkutechnik zum Einsatz. Wie lange beispielsweise vier Wehrmitglieder benötigen, um eine 2000-Watt-Lichtanlage an einer Unfallstelle aufzubauen, wurde den Besuchern des Neujahrsempfangs der Kernstadtwehr im Feuerwehrgerätehaus zunächst demonstriert. Dagegen hatte ein Wehrmitglied alleine in kürzester Zeit die neue Akku-betriebene Beleuchtung vor einem Unfallfahrzeug und einem Baumstamm aufgestellt und angeschaltet.

 

Zum Zersägen des Stammes wurde eine laute herkömmliche Kettensäge ebenso benutzt wie die wesentlich kleinere Akkuversion. Ist das Aufschneiden eines Daches nötig, können die Wehrmitglieder nun zwischen einem herkömmlichen und einem akkubetriebenen Spreizer wählen. „Natürlich kommen weiterhin beide Systeme zum Einsatz“, kommentierte Wehrführer Mathias Henritzi die „Vergleichsübung“. Feuerwehrvereinsvorsitzender Ralf Höhmann wies derweil auf die Gefahren von akkubetriebenen Geräten im Alltag, wie das plötzliche Explodieren eines Akkus im Smartphone, hin: „Die neue Technik birgt auch neue Gefahren und Risiken“.

 

Zu Beginn des Empfangs hatte die im November neu gewählte Wehrführung mit Wehrführer Mathias Henritzi und dessen Stellvertreter Patrick Müller sowie Fördervereinsvorsitzenden Ralf Höhmann die Gäste begrüßt, darunter Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, die Erste Stadträtin Marion Götz sowie Vertreter zahlreicher politischer Gremien und den befreundeten Rettungsorganisationen DRK, DLRG und THW.

 

Kurz stellten sich Henritzi und Müller den Besuchern vor, um dann gemeinsam mit Höhmann auf das Jahr 2018 zurück zu blicken. Die Zahl der Alarmierungen war von 182 im äußerst ruhigen Vorjahr auf 231 gestiegen. Erfreulich ist der Anstieg der ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte von 68 auf aktuell 74, darunter sechs Frauen. Auch in der Jugendfeuerwehr gab es ein Anstieg um vier Mitglieder auf 22 Jungen und vier Mädchen.

 

Der Feuerwehrverein veranstaltete neben dem Neujahrsempfang sein Schlachtessen sowie den Tag der offenen Tür. Auch am Weihnachtsmarkt sowie bei „Friedberg spielt“ nahm die Wehr wieder teil. Erstmals wurde in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule ein Kurs „Brandsicherheit im Haushalt“ durchgeführt. „Der Kurs wird in diesem Jahr wieder stattfinden“, so Höhmann. Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg erneut um zehn auf aktuell 235 an.

 

Der Verein unterstützt Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr mit zahlreichen Anschaffungen, wie zuletzt neuen Bistro-Tischen. Viel Lob für die ehrenamtliche Arbeit der Wehr gab es von Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und der Ersten Stadträtin Marion Götz. „Eigentlich müsste von jeder Familie jemand Mitglied im Förderverein sein“, meinte Hollender und versprach eine private Werbekampagne zu starten. „Die Feuerwehr ist für uns ein verlässlicher Partner“, sagte THW-Zugführer Dennis Metzger in einem kurzen Grußwort. Nach der Vorführung luden Henritzi, Müller und Höhmann die Gäste zu einem Imbiss ein. Die von „Chefkoch“ Bernd Appel zubereitete Currywurst mit zwei unterschiedlichen Soßen mundete den Besuchern bestens.

 

Kasten: Die Einsätze 2018

Insgesamt 231 Mal wurde die Kernstadtwehr alarmiert, allerdings waren darunter alleine 105 Fehlalarmierungen, wovon 55 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. 24 Mal handelte es sich um Fehlfahrten oder dem Abbruch von Fahrten, während blinder und böswilliger Alarm nur zwölf Mal vorkamen. Die Wehr wurde zu 47 Bränden gerufen, darunter kein einziger Großbrand, jedoch sieben Mittel- und 31 Kleinbrände. Bei den 79 technischen Hilfeleistungen waren die 31 kleinen Hilfeleistungen der Spitzenwert, gefolgt von 22 Türöffnungen. Bei vier Verkehrsunfällen mussten eingeklemmte Personen befreit werden und drei Mal wurde der Rettungsdienst unterstützt. 54 Mal wurde die Einsatzabteilung zu Einsätzen mit der Leiter oder dem Gefahrgutmessfahrzeug außerhalb der Kernstadt alarmiert, davon 21 in den Ortsteilen sowie 16 in den umliegenden Kommunen Rosbach, Florstadt, Karben und Niddatal. (har)

 

Text: Harald Schuchardt

Fotos: Loni Schuchardt

 

 

Foto: Neujahrsempfang 2019

Fotoserien zu der Meldung


Neujahrsempfang 2019 (18.01.2019)